zwischen Sinn und Unsinn

sense-nonsense-sinn-sinnlos

Angeregt durch einen Artikel von Marie, auch bekannt unter ihrem Twitter-Namen Regendelfin, habe ich mir Gedanken gemacht über die Lebensform, die ich derzeit habe.

…aber ist nicht vielleicht genau dieser Traum, den wir alle leben wollen, das perfekte Abziehbild dafür, was in unserer Gesellschaft falsch läuft?

Marie von den Benken – DU BIST DEIN GRÖSSTER INFLUENCER

Welchen Traum haben wir denn? Immer alles haben wollen, besser sein als die Anderen, viel Geld haben, Luxus, Geld ausgeben, mehr Dinge kaufen, mehr besitzen, mehr, mehr, mehr…
Verzicht ist Unsinn, Konsum aber auch. Oder nicht? Müssen wir nicht alle konsumieren um zu überleben? Müssen wir nicht auch ständig verzichten um etwas besser zu machen?

Mit diesen Fragen beschäftige ich mich sehr oft und nun ist es Zeit einen Artikel darüber zu schreiben. Aber es wird hier keine Lösung geben, sondern nur Fragen. Wir können aber gerne darüber auf facebook, oder twitter diskutieren.

Dieser ganze Konsum geht mir manchmal total auf die Nerven. Ich esse zu viel, ich esse ungesund, ich kaufe mir Dinge die ich nicht brauche, ich kaufe mir Dinge die schlecht für die Umwelt sind. Aber ich stecke in einer Lebensfrage fest, zu der ich noch keine Antwort gefunden habe.

Was ist schlimmer? Konsum und Entwicklung, oder Verzicht und physischer Stillstand? Aber damit Du meinen Gedankengang verstehst, muss ich ein bisschen weiter ausholen.

Ist Konsum gut, oder schlecht?

Meiner Meinung nach hat sich der Mensch im Vergleich zu anderen Lebewesen am meisten entwickelt.
Diese Entwicklung war aber nur möglich, indem er die Natur genutzt hat um selber ein einfacheres Leben zu haben. Dadurch war wiederum Platz da für mehr Entwicklung.
So hat sich der Mensch immer weiter entwickelt und immer mehr von der Natur genutzt und diese zu einem großen Teil auch ausgenutzt.

Und jetzt komme ich zu einem Problem welches uns alle betrifft.
Denn ohne diese Ausnutzung wären wir nicht in der Lage, in der wir zur Zeit sind.
Ja, viele Dinge in der Welt laufen total schief.
Aber wären sie nicht schief gelaufen, dann hätte es nicht diese krasse Entwicklung gegeben. Das soll keine Rechtfertigung für alle Schrecklichkeiten dieser Welt sein, sondern nur ein Feststellung.

Und nun ein Gedankengang: Was wäre, wenn alle Menschen in Höhlen leben und sich umweltfreundlich verhalten würden?
Dann gäbe es keine Ausnutzung, keine Umweltverschmutzung, aber wir wären nicht die, die wir sind.
Willst Du wirklich in einer Höhle wohnen? Willst Du dein Essen mit der Hand pflücken und ohne Gerät für Ausgleichsfläche, also neuen Anbau sorgen? Ich nicht.

Aber schon bei dem kleinsten Ding über dieser Lebensform entscheiden wir uns für das Nutzen der Dinge aus der Natur.
Denn es ist einfach so: Wenn ich für mich eine Karotte ernte und eine neue säe, dann ist das nicht schlimm für die Natur. Selbst wenn ich das jeden Tag mache. Ich bin aber nicht alleine, sondern mit 8 Milliarden Menschen hier auf dieser Welt.
Und da kommen wir zum Problem. Wenn ich jetzt für 8 Milliarden Menschen eine Möhre ernte und 8 Milliarden Möhren säe und das jeden Tag, dann wäre das wiederum schlecht für die Natur. Und das sind nur Karotten.

Wie sieht das aus, wenn jeder der 8 Milliarden Menschen ernährt werden will? Was muss da geschehen?
Du merkst, es ist gar nicht so einfach. Oder hast Du eine Idee?

Und dann kommt da noch der Punkt der Entwicklung dazu.
Was ist, wenn wir uns weiterentwickeln sollen? Was ist, wenn diese Entwicklung von einer höheren Macht gewollt ist?
Was ist, wenn wir durch diese Krise einfach durch müssen um irgendwann schlauer zu sein?
Denn es ist so gekommen, dass wir uns entwickelten. Hat das einen Grund? Oder sind wir wirklich nur hier um unsere Erde zu zerstören?

Aber wie soll ich mich jetzt verhalten? Soll ich in eine Höhle ziehen und mir jeden Tag eine Bio-Karotte ernten? Wäre das die Lösung des Problems?
Ich denke nicht. Denn ich habe in meinem jetzigen Leben viele Möglichkeiten, die ich dann nicht hätte. Ich kann reisen, neue Kulturen, neue Dinge, neue Länder und andere Menschen kennen lernen.
Ich kann mich jeden Tag für die gute, oder für die schlechte Seite entscheiden.
Das ist sehr anstrengend, aber auch sehr machtvoll.
Ich müsste es schon direkt wollen zu verhungern, denn auch mit wenig Geld bekomme ich genug Nahrung.

Wollen wir so leben?

Ich bin auf der einen Seite viel freier, als ein Höhlenmensch, weil ich mir nicht so viel Gedanken um meine Lebenssicherheit machen muss.
Auf der anderen Seite bin ich aber auch total unfrei, weil ich in einem System von Geld verdienen und Konsum gefangen bin. Und nein, Hartz4 ist keine Option für mich.

Also was ist jetzt mein Fazit?
Ich stecke in einem System, welches viele Vorteile daraus schöpft, weil es die Natur und andere Menschen nutzt und ausnutzt.
Ich bin aber auch durch die Nutzung des Systems ein Verantwortlicher und muss mit den Konsequenzen klar kommen.
Und den besseren Weg gibt es wahrscheinlich nicht. Es gibt nur den Weg, den jeder für sich gehen kann. Und auf diesem Weg sollte man einfach mal darauf achten, niemanden zu schaden.

Liebe Grüße
PR